Rituale und Strukturen entwickeln- Wozu das Ganze?

Aktualisiert: Apr 1


Wie du sicher weißt gibt es 100, wenn nicht sogar 1000 Erziehungsstile. Na gut, es gibt vermutlich weniger, jedoch ist auch klar, dass jeder Elternteil die ganz persönliche Note einfließen lässt und so das Zusammenleben zu etwas ganz Besonderem und Einzigartigen macht.

Einen Aspekt, den ich im Zusammenleben und Zusammenarbeiten mit Kids immer als sehr positiv empfunden habe sind Rituale und Strukturen. Ich möchte dir heute auch erklären, warum dieser Aspekt eine so wesentliche Säule für mich darstellt.

Der Mensch ist ja bekanntlich ein „Gewohnheitstier“. Was liegt also näher als diesen Teil hervorzuheben? Rituale tun genau das. Egal ob Erwachsener oder Kind, man kennt sich aus, es gibt Sicherheut zu wissen was einen erwartet und man hat einen Leitfaden für den Tag.

Das sind meiner Ansicht nach die größten Vorteile von Ritualen.

Gerade bei Kindern, die sich sehr im Spiel verlieren und kleine „Trödler“ sind, können festgelegte Rituale sehr unterstützend wirken.

Denk mal einen Moment darüber nach. Welche Rituale hast du im Alltag? Bei mir fängt es morgens nach dem Aufstehen an. Ich ziehe mich an und gehe ins Bad, um anschließend meinen Kaffee zu trinken. Wenn dieser mal ausfällt ist der Tag für mich komisch und der Start nicht wie er sein sollte.

Mein Kaffee-Ritual gibt Sicherheit. Ich plane und strukturiere dabei meinen Tag und stimme mich auf alle Erlebnisse und möglichen Herausforderungen ein.

Ein Ritual muss nicht einengen, wie man anhand meines Beispiels sieht. Vermutlich lebt auch ihr in eurem Alltag schon ganz viele Rituale, nur sind sie euch vielleicht noch nicht bewusst.

Was könnt ihr jetzt also tun, wenn zum Beispiel der Übergang vom Essen, zur Hausübung, zum Spielen nicht so gut gelingt?

Du kannst dir mit deinem Kind überlegen in welcher Reihenfolge der Mittagsablauf stattfinden soll. Ein Beispiel: Dein Kind kommt um 13 Uhr nach Hause und ihr esst gemeinsam. Anschließend sind 30 Minuten Spielzeit eingeplant. Um die 30 Minuten klar erkennbar zu machen stellst du nach 25 Minuten einen Wecker, um darauf hinzuweisen, dass die Spielzeit bald vorüber ist. 5 Minuten später läutet der zweite Wecker, das Zeichen dafür, dass nun Hausübungszeit ist. Anschließend könnt ihr zum Beispiel ein „Belohnungsritual“ einführen, wenn alles erledigt ist. Ob das nun eine kleine Nachmittagsjause ist oder ihr zum Spielplatz geht bleibt euch überlassen.

Ja, klar kannst du jetzt sagen „Was so streng, das lässt ja keinen Handlungsspielraum mehr“ Es geht hierbei nicht darum das Leben so eng wie möglich zu machen, sondern Strukturen zu erschaffen.

Wenn es für dein Kind ohne solche Rituale und Strukturen funktioniert ist das super! Aber für manche Kids ist es einfach hilfreich klare Signale zu bekommen und zu wissen, woran sie sind.

Natürlich gilt auch hier wieder, dass es kein Rezept gibt. Manche Kids finden es hilfreich, wenn sie visuell ihren Tag wahrnehmen können, in Form eines Plakates. Dazu schreib ich in den nächsten Tagen mal einen Beitrag.

Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude beim gemeinsamen Überlegen, welche Rituale für euch als Familie hilfreich sein könnten.


Alles Liebe,

Jacqueline


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