"Mama, was heißt eigentlich ficken?"

Früher oder später kommen sie, die Fragen wovor viele Eltern Angst haben. Das Thema Sexualität bekommt mehr und mehr Wertigkeit und weckt das Interesse der Kids. Doch wie geht man mit Fragen um, die aus heiterem Himmel kommen und doch auch bei uns Erwachsenen Überforderung auslösen?

Um ein bisschen Druck aus dem Thema zu nehmen möchte ich festhalten, dass bereits Babys eine Sexualität haben. Kling spannend? Ja, find ich auch! Daher ist es nur natürlich mit dem Schamgefühl, die Sexualität betreffend, aufzuräumen. Sexualität ist Teil unseres Lebens und das von Beginn an!

Ganz grundsätzlich vorweg konnte ich immer wieder beobachten, dass Menschen welche sehr entspannt mit dem Thema Sexualität umgehen, auch viel entspanntere Gespräche mit ihren Kids führen.

1. Es ist ein Thema wie jedes andere

Wenn wir uns diesen Leitsatz ins Bewusstsein rufen nimmt es uns häufig den Druck über Sexualität mit den Kids zu sprechen. Das Kind spürt, wenn du dir sicher bist und die innere Haltung ausstrahlst, dass jede Frage ok ist. So doof das jetzt klingen mag, aber du würdest doch deinem Kind auch erklären warum in der U-Bahn auf manchen Plätzen ausgewiesen ist, dass diese für ältere Menschen oder auch Schwangere freigehalten werden sollen 😊

Also je natürlicher umso entspannter! Was daraus auch resultiert ist meist, dass die Kids gar nicht mehr so das Interesse haben „unangenehme“ Fragen zu stellen. Wenn Kinder spüren, dass Sexualität ein Tabu-Thema ist, werden sie es gezielt einsetzen, um dich aus der Fassung zu bringen. Vielleicht will dich dein Kind dann in der Öffentlichkeit testen und fragt dann ganz laut „Was heißt eigentlich ficken?“

Das kann dann doch auch einen kurzen Schockmoment auslösen, wo wir zum nächsten Punkt kommen.


2. Besprich das Thema an einem „sicheren Ort“

Damit ist, wie schon kurz angesprochen, gemeint, dass ihr euch bewusst Zeit nehmt, um das Thema zu besprechen. Es müssen nicht immer sofort Antworten auf die Frage folgen. Wenn ihr also unterwegs seid, erkläre deinem Kind einfach, dass du dieses Thema jetzt nicht besprechen möchtest, du dir aber gerne zu Hause ausreichend Zeit für Fragen nimmst.

Es ist wirklich ok nicht immer sofort Antworten zu haben!! Und wenn dein Kind weiterlöchert und es unbedingt Antworten haben möchte, lass dich nicht unter Druck setzen, immerhin bist du Teil des Gesprächs und es muss für euch beide passen.

Du kannst deinem Kind auch sagen, dass diese Fragen sehr wichtig sind und du dir dafür ausreichend Zeit nehmen möchtest und du daher das Gespräch auf später verschieben willst.

Aber: Löse dein Versprechen ein!! Wenn du deinem Kind zusagst dir zu Hause Zeit zu nehmen, tu es! Geh auf dein Kind zu und frag nach was es alles wissen möchte.


3. Erklären, erklären, erklären…

Bereits im Kindergartenalter kommen Kinder mit Wörtern nach Hause, wo es uns doch manchmal aus den Socken haut 😉 Da wird einem ganz nebenbei um die Ohren geknallt, dass man eine „Hure“ sei. Doch jetzt komm ich zu dem entscheidenden Punkt: Die Kids kennen die Bedeutung oft noch gar nicht. In so einer Situation ist es wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren und mal ganz klar zu kommunizieren, dass man diese Wörter ablehnt und zugleich, aber anfängt zu erklären was das eigentlich bedeutet. Meistens sind die Kids dann doch irritiert und stellen fest, dass sie z.B. ihre Mutter eigentlich nicht so nennen wollten.


4. Wissen in Etappen

Zu guter Letzt möchte ich noch auf den Aspekt der Wissensvermittlung eingehen. Man muss nicht das ganze Wissen auf einmal teilen. Wenn dein Kind dich z.B. fragt was das für Luftballons im Nachtkasterl von dir sind, kannst du diesen Teil ganz entspannt erklären, musst aber nicht gleich ausholen und über die Pille, die Spirale und was es sonst noch, als mögliche Verhütungsmittel gibt, eingehen. Nimm die Fragen, die kommen und vertraue darauf, dass dein Kind dich fragen wird, wenn es mehr wissen will.


Abschließend möchte ich trotzdem festhalten, dass meiner Meinung nach schon auch die Verantwortung bei uns Erwachsenen liegt dieses Thema mit unseren Kindern anzusprechen. Es ist bestimmt auch nicht sinnvoll nur zu warten bis eine Frage vom Kind kommt. Finde eine Balance zwischen den aktuellen Fragen deines Kindes und dem was für dich im Moment in Ordnung ist zu besprechen.

Wenn du mehr zu diesem Thema wissen möchtest melde dich gern bei mir! Ich gebe euch gern alles weiter was ich dazu weiß 😉


Alles Liebe,

Jacqueline