...und dann kam der Streit...


Du liegst wach und fragst dich wie es zu so einer Eskalation kommen konnte. Wenn du das Thema mit etwas Abstand betrachtest, erkennst du vielleicht bereits, dass deine Reaktion möglicherweise eine Überreaktion war. Kannst du dir dies im Stillen vielleicht schon eingestehen oder musst du noch dagegen ankämpfen?

Wer hat Schuld an eurem Konflikt? Bist es du oder der andere? Fakt ist, dass wir diesem Thema jetzt mal Stück für Stück näherkommen werden und uns anschauen was tatsächlich hinter dem Ganzen steckt.

Stell dir vor du sitzt mit deinem Partner bei einem gemütlichen Glas Wein, ihr kocht vielleicht zusammen und ihr habt einen wirklich wundervollen Abend. Doch dann passiert etwas zwischen euch…Ihr redet über ein wundervolles Thema, sagen wir den nächsten Urlaub, und du wünscht dir vielleicht einen Urlaub ans Meer in einem ganz tollen Hotel. Und dein Partner stellt fest, dass er gerne auf eine Berghütte fahren würde, diese ist einfach günstiger, man fährt nicht so lange und überhaupt ist das Meer unnötig. Du versuchst zu argumentieren warum dir das Meer so wichtig ist. Du willst mal wieder ordentlich Sonne, Strand und Leichtigkeit. Doch dein Partner, der stellt einfach fest, wir haben das doch schon mal besprochen also fahren wir zur Berghütte. Du versuchst erneut zu argumentieren, bis du resignierst und enttäuscht gehst….

Was passiert dann. Du denkst vielleicht ewig drüber nach. Vielleicht bist du auch eine Person die laut wird und ihren Mann anschreit, weil sie sich nicht verstanden fühlt.

Wie geht der Abend wohl weiter? Das mit dem Glas Wein und schönen Gesprächen hat sich dann wohl erledigt. Du merkst die Anspannung in dir, du bist vielleicht tief verletzt und ziehst dich zurück. Dein Kopf spielt jetzt alle Stücke… Wieso lebe ich mit ihm zusammen, wenn meine Bedürfnisse nicht respektiert werden? Warum ist er nur so stur? Warum darf ich meine Meinung nicht ändern? Dann fahr ich gar nicht in Urlaub. Soll er mich doch gerne haben, ich rede die nächsten 3 Tage nicht mit ihm, bis er einsieht, dass er im Unrecht ist. usw…

Was wurde da bloß getriggert? Wenn du in so einer Situation in dich hineinspürst: Woher kommt diese Verletzung und wie alt bist du?

Die oben genannte Reaktion ist definitiv keine einer erwachsenen Frau. Es ist die eines verletzten kleinen Teils in uns, der gerade mächtig Kontrolle bekommt. Bist es vielleicht du mit drei Jahren? Das kleine Mädchen, dass immer wieder von der eigenen Mama abgewiesen wurde und gesagt bekommen hat, dass es jetzt nun mal so ist? Ganz, ganz oft gehen nämlich unsere kleinen Anteile in den Kampfmodus. Dein kleiner, verletzter Anteil sowie der deines Partners.

Aber schauen wir doch mal zu deinem Mann. Wie ist es ihm in der Situation gegangen?

Vielleicht Folgendes: Warum will sie schon wieder ans Meer? Wir waren doch erst im Winter dort. Das können wir uns gerade nicht leisten. Wir haben das doch schon mal besprochen, dass wir im Sommer auf eine Hütte fahren und in Österreich bleiben. Meer und Kids ist ja super anstrengend, der ganze Flug, die Maske im Flugzeug, ewig langer Check in,….

Was ist bei ihm passiert? Vielleicht war er in der Situation der kleine Junge, der immer das tun musste, was der große Bruder wollte. Vielleicht durfte er nie mitentscheiden oder er konnte sich selten auf seine Bezugspersonen verlassen und legt jetzt umso mehr Wert auf Vereinbarungen und Beständigkeit.

Klar ist, dass das alles nicht auf einer bewussten Ebene abläuft. Diese kleine Geschichte haben wir jetzt in super viele Teile zerlegt und dabei ist auch klar, dass wir in der Situation ganz schnell Entscheidungen treffen und handeln. Da bleibt nicht viel Zeit, um zu überlegen.

Wie kannst du nun in Zukunft leichter aus solchen Situationen aussteigen und was könnt ihr im Vorfeld tun, um ein Gespräch zu führen, dass nicht so einen Verlauf nimmt?

Im ersten Schritt kannst du dich, egal ob das dein Partner, deine Freundin oder deine Eltern sind, damit auseinandersetzen, welche Triggerpunkte du als auch dein Gegenüber hat. Gerade in Partnerschaften unglaublich hilfreich, wenn man diese kennt.

Finde heraus, welche Dinge dich immer wieder verletzen. Vielleicht ist es eine Ablehnung oder ganz etwas anderes.

Wenn dein Gegenüber möchte, kann er/ sie diese Liste auch für sich erstellen. Doch bitte, schreibt die Liste in Ruhe, nehmt euch wirklich Zeit dafür und tauscht euch darüber aus. Ohne Ablenkung, nicht zwischendurch, sondern wirklich Zeit dafür nehmen und einen guten Rahmen dafür schaffen.

Wenn ihr jetzt in ein Gespräch kommt, das hitzig werden könnte, überlegt wie ihr dem anderen schaden würdet und tut das genau NICHT.

Welche Dinge lösen in deinem Partner negative Gefühle aus? Vermeide diese, denn sonst diskutieren wieder zwei kleine, verletzte Kinder miteinander. Drück nicht extra auf die Punkte, die ohnehin wehtun!

Formuliere die Dinge in Ich- Botschaften. Was wünscht du dir. „Ich wünsche mir einen Urlaub am Meer, da ich letztens super auftanken konnte und wieder super viel Energie hatte nach dem Urlaub“ Vermeide Sätze wie „Ich wünsche mir, dass du mit mir ans Meer fährst“ Das ist keine Ich- Botschaft!! Der Satz impliziert nämlich was du von deinem Gegenüber erwartest.

Gibt es immer sofort eine Lösung? -Nein, manche Dinge brauchen einfach Zeit. Erlaubt euch kreativ zu werden. Müsst ihr euren Urlaub gemeinsam verbringen? Könnt ihr den Urlaub an zwei Orten machen? Was ist sonst noch möglich?

Was wenn all die Tipps in der Situation nichts geholfen haben? Was wenn du trotzdem für diese Nacht aus dem Schlafzimmer ausgezogen bist, um deine Ruhe zu haben?

Setzt euch am Tag danach nochmal zusammen. Ärger dich nicht die ganze Zeit über deine oder seine Reaktion. Nimm dir bewusst Zeit, um den Ärger gehen zu lassen. Dies kannst du durch Meditation oder andere Tools machen.

Ich möchte dir hier ein Quick-Loslass-Tool vorstellen 😊

Setze dich hin und schließe deine Augen. Atme tief ein und aus. Und bei jeder Ausatmung sagst du dir: „Ich lasse all den Ärger und die Wut nun los. Ich bin wieder ganz bei mir“ Du kannst natürlich einen Satz wählen, der für dich noch besser passt. Das machst du so lange bis es leichter wird. Und mit dieser Ruhe suchst du nochmal das Gespräch. Du erklärst was dich verletzt hat und bist einfach offen. Denn, wenn du dich mit dieser Verletzlichkeit und Offenheit zeigst, kann sich auch dein Gegenüber darauf einlassen.

Und zum Schluss…

Sei nicht so hart zu dir! Du darfst jeden Tag aufs Neue Erfahrungen machen und dazulernen. Manche Tage laufen besser und manche eben nicht so gut und das ist ok!


Alles Liebe, Jacqueline


P.S. Wenn du merkst, dass du in Beziehungen immer wieder vor der gleichen Herausforderung stehst und diese Traurigkeit immer mal wieder hochkommt dann melde dich liebend gerne bei mir für mein Programm MOM´s Time. MOM´s Time bietet genau den sicheren Ort, um dich endlich frei von diesen immer wiederkommenden Themen zu befreien.