Du bist es wert deine Grenzen zu setzen!

Grenzen sind da, um ausgetestet und gebrochen zu werden… Ich stelle mir die Frage ob das tatsächlich so sein muss oder ob wir einen neuen Umgang mit Grenzen lernen dürfen… Doch zu Beginn steht ja mal die Frage im Raum was eine Grenze ist.

Eine Grenze ist, nach meiner Definition, der Übergang zwischen dem was erlaubt oder eben nicht erlaubt ist. Das ist der Punkt, der zwischen zwei Gegensätzen liegt. Grenzen können verschwimmen und einen fließenden Übergang darstellen oder sie sind hart, wie eine Mauer.

In meiner Definition gibt es verschiedene Arten von Grenzen. Persönliche Grenzen, Grenzen zum Schutz aber auch gesellschaftliche Grenzen.

Ich möchte in diesem Beitrag vermehrt auf die persönlichen Grenzen eingehen. Was passiert, wenn dein Kind über deine persönliche Grenze steigt? Nehmen wir als Beispiel, dass es dich beschimpft, weil es wütend ist.

Wie geht es dir damit? Denkst du dir: Naja, diese Phase wird wieder vergehen oder setzt du ein klares „Stopp“ und teilst deinem Kind mit, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung ist.

Wie lernt dein Kind nun Grenzen kennen? Dazu gibt es meines Erachtens mehrere Möglichkeiten. Neben dem, dass du deinem Kind klar kommunizierst, was für dich in Ordnung ist lernt dein Kind auch durch Beobachtung. Wie oft gehst du über deine Grenzen? Wie oft sagst du, dass du müde bist und machst trotzdem weiter? Ja, auch das sind Grenzen. Deine Grenzen! Warum sollte dein Kind deine Grenzen respektieren, wenn du sie selbst nicht respektierst?

Ich habe letztens von einer Mama eine Situation erzählt bekommen, die ich an dieser Stelle mit dir teilen darf:

Sie kümmert sich hauptsächlich alleine um ihr Kind, da ihr Mann sehr viel arbeitet. Sie schupft fast alles, Haushalt, Kind und geht zusätzlich noch 20 Stunden arbeiten. An manchen Abenden ist sie super fertig und erzählt ihrem Mann beim Abendessen, dass sie sehr müde ist, aber noch die Wäsche waschen MUSS bevor sie sich Ruhe gönnen kann.


Eine Situation, die vermutlich viele Menschen kennen….

Solche Gespräche finden bei dieser Familie immer wieder im Beisein des Kindes statt. Am Wochenende hat diese Frau manchmal das Bedürfnis sich zurückzulehnen und zu entspannen. Doch ihr Kind lässt dies nicht zu. Ihr Kind möchte prompt in dem Moment, wo sie sich für 20 Minuten entspannen will, spielen. Wenn sie ihrem Kind dann mitteilt, dass sie gerne eine Pause hätte, entsteht oft ein Konflikt, da das Kind JETZT spielen will.

Sollte sie ihrem Kind einen Vorwurf machen? Nein, keineswegs!

Was hat das Kind in all den Jahren gelernt? Meine Mama erzählt, dass sie müde ist, sie gönnt sich aber eh nie eine Pause. Also warum sollte sie genau heute eine Pause brauchen?


Natürlich laufen diese Gedanken nicht unbedingt auf bewusster Ebene ab. Aber das Kind hat die Situation gut beobachtet und wahrgenommen. Es hat gut aufgepasst und das Muster der eigenen Mama erkannt.

Das Kind spiegelt seiner Mama ihr Verhalten. Es zeigt auf, wo die Taten und Worte der Mutter nicht in Einklang sind.

Tu dir und deinem Kind einen Gefallen und achte ab heute ein Stück mehr auf deine Grenzen! Folgende Fragen können dich dabei unterstützen:

Welche Dinge gehen für mich überhaupt gar nicht? Was würde ich nie einem anderen erwachsenen Menschen erlauben? Was bräuchte ich, um in meiner Mitte zu sein?


Wenn du deinem Kind vorlebst, dass du ganz klar weißt was für dich in Ordnung ist und was nicht, dann wird das unglaublich schnell eine Veränderung bewirken. Du wirst automatisch klarer in deiner Kommunikation und du wirst ernstgenommen. Denn Menschen die ganz genau wissen was ok für sie ist und was nicht, strahlen das sehr stark aus.

Ich möchte an dieser Stelle trotzdem nochmal auf den Punkt Grenzsetzung eingehen. Ich weiß, dass es oft unglaublich schwierig ist, klar Nein zu sagen. Es kostet häufig so unendlich viel Kraft gewisse Dinge mit den Kids auszustreiten.


Doch was passiert, wenn du manche Dinge nicht ausfechtest, wie in dem obigen Beispiel? Es wird sich potenzieren. Dein Kind wird noch fordernder. Du wirst noch gestresster. Es nervt dich noch mehr, dass du dich um alles kümmern musst.

Klar kostet es kurzfristig Energie Konflikte auszuhalten und dem Kind oder auch anderen Menschen die Grenzen aufzuzeigen. Doch das Ergebnis und das Gefühl der Freiheit, ungestört für 20 Minuten im Liegestuhl zu liegen, ist den Konflikt wert. 😉

Noch ein Impuls am Rande… Wenn deine Mitmenschen dann noch eins drauf setzen und dich noch mehr austesten als sonst, dann nur, weil sie noch nicht so ganz glauben können, dass du es ernst meinst.


Da es nicht immer so easy ist in diesem Bereich etwas alleine zu verändern und vor allem durchzuhalten gibt’s mein Programm MOM´s time. Falls du da Interesse hast, darfst du dich unglaublich gerne melden 😊


In diesem Sinne: Achte auf deine Grenzen, denn du bist es wert!


Alles Liebe,

Jacqueline